
Ich hoffe, das Durchspielen der Flirtsituationen am Bildschirm hat Ihnen ein bißchen geholfen, sich in den "echten" Flirts ein wenig sicherer zu fühlen. Wenn Sie schon seit Jahren Ihre Mitmenschen durch schier endlose Schilderungen Ihrer Probleme vergraulen, dann wird es auch nicht ganz so einfach sein, sich das wieder abzugewöhnen. Aber es ist möglich! Wenn Sie sich in Gedanken in den anderen versetzen, und sich überlegen, ob ihre Geschichte wirklich so ausführlich sein muß, kann das viel helfen.
Wenn Sie andererseits schüchtern sind, dann haben Sie Ihre Schüchternheit in vielen Jahren Ihres Lebens entwickelt. Auch wenn Sie erst mit der Pubertät angefangen haben, darunter zu leiden, gehörten Sie doch höchstwahrscheinlich schon vorher zu den eher "stillen" Kindern! Es gibt keine Patentrezepte und es ist nicht einfach, die Schüchternheit wieder loszuwerden, aber es ist möglich - Und es bereichert Ihr (durch die Schüchternheit eingeschränktes) Leben ungeheuerlich. Der Einsatz lohnt sich also!
Ich (Nicht Ihr Computer, sondern der Autor dieses Programmes)
war während meiner Kindheit und Schulzeit der schüchternste Mensch im weiten Umkreis (jedenfalls dachte ich das! In Wirklichkeit gab es wahrscheinlich noch andere, die genau wie ich völlig "unauffällig" blieben). Ich war vollkommen unfähig, einem Mädchen etwas nettes zu sagen, geschweige denn, es in den Arm zu nehmen. Die Aufforderung, im Unterricht etwas zu sagen, versetzte mich in Panik. Parties waren der reine Horror und meine Kontakte zu Mitmenschen beschränkten sich auf das Notwendigste. Ich ergriff nie die Initiative und verschenkte sogar die Gelegenheit, als ein Mädchen mich einmal FRAGTE, warum ich denn eigentlich nach der Schule stets versuche, sie ein Stück zu begleiten. Heute weiß ich, es wäre die beste Gelegenheit gewesen, zu sagen, "weil ich gern mit dir zusammen bin" - Stattdessen erfand ich eine Ausrede! Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn ja, dann sollen Sie erfahren, wie sehr ich mich verändert habe und Sie
sich auch ändern können:
Ich bin inzwischen glücklich verheiratet, was mich nicht hindert, auch zu anderen Frauen nett und freundlich zu sein. Ich habe einen Kreis von wirklich guten Freunden und gehöre ein paar Vereinen an, in denen ich als Redner für Öffentliche Vorträge angesehen und beliebt bin. Ich verkaufe meine (aufwendigeren) Programme persönlich und betreue meine Kunden. Ich bin im Zusammenhang mit meiner Arbeit mehrmals für Radio und Fernsehen interviewt worden - Und es gab nachher nichts "rauszuschneiden". Ich gehe gern auf Parties und ins Theater - Und all das hat meine Lebensqualität gewaltig vergrößert, all das, auch wenn es manchmal noch mit Lampenfieber verbunden ist, macht mir heute Spaß.
Nur dieses Computerprogramm ein paar mal durchzuspielen ist sicher erst ein Anfang, ein erster Schritt um gegen die Schüchternheit anzutreten. Deshalb möchte ich Ihnen im folgenden noch ein paar andere Möglichkeiten nennen, die Ihnen weiterhelfen können - Und ein paar andere Angebote kritisch beleuchten, von denen ich Ihnen abrate. Ich
möchte betonen, daß ich dabei nur meine persönliche Meinung und teilweise meine persönlichen Erfahrungen wiedergebe. Ich kann keine Garantie dafür übernehmen, daß etwas, was ich hier positiv bewerte, Ihnen wirklich helfen kann. Ich will auch nicht behaupten, daß die Möglichkeiten, die ich hier kritisch bewerte, für jeden schlecht wären. Es ist nur mein Eindruck, daß sie es manchmal sind.
1. Dale Carnegie Training*
Das ist mein Geheimtip: Bei einem "Dale Carnegie Training"* werden durch sehr wirksame Übungen die Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und das Selbstvertrauen verbessert. Es gibt Kurse regelmäßig in vielen Großstädten. Die Veranstalter bieten in kostenlosen Informationsabenden einen Einblick und meist kann auch "probeweise" am ersten Kursabend teilgenommen werden. Da die Kurse in erster Linie für die berufliche Weiterbildung von Führungskräften gedacht sind, sind sie leider nicht gerade billig und es wird auch manches vermittelt, was nichts mit dem Flirten zu tun hat - Trotzdem absolut empfehlenswert.
* "Dale Carnegie Training" ist ein eingetragenes Warenzeichen.
Wenn ein solcher Kurs jenseits Ihrer finanziellen Möglichkeiten liegt: Auch das im Literaturverzeichnis aufgeführte Buch von Dale Carnegie kann Ihnen schon weiterhelfen - Nur müssen Sie dann die darin empfohlenen Methoden "in freier Wildbahn" üben - Im Kurs ist es leichter. Das Buch nur zu lesen hilft leider wenig.
2. Flirtkurse mit praktischen Übungen.
Bekannt sind die Flirtschulen von Peter Hollinger in München und Düsseldorf.
Da hier nur das Flirten im Vordergrund steht, sind solche Kurse nicht so aufwendig. Dafür ist natürlich auch die Hemmschwelle höher, überhaupt erst einmal hinzugehen. Es gibt Tips und praktische Übungen.
Auch Peter Hollinger hat seine Erfahrungen netter weise in einem Buch niedergeschrieben (siehe Literaturverzeichnis).
Vereinzelt bieten auch Volkshochschulen schon Flirtkurse an!
3. Entspannung, Suggestionen, Hypnose
Wenn Kontakte mit anderen Menschen für Sie Stress sind, dann ist natürlich Entspannung nützlich. Volkshochschulen, Krankenkassen und auch private Anbieter veranstalten Kurse in "Autogenem Training" oder "Progressiver Muskelentspannung". Das kann Ihnen helfen, mit Stress besser fertig zu werden und die spontanen Reaktionen Ihres Körpers zu beherrschen. Das gleiche bewirken auch verschiedene Arten der Meditation - Leider hängt hier nicht selten eine Weltanschauung, ein Guru oder eine Sekte mit dran, deshalb empfehle ich Meditation nur, wenn Sie sie ohne "Spezialinstitut" lernen können. Ein hilfreiches Buch ist im Literaturverzeichnis aufgeführt. Zum Thema Sekten folgt noch ein Abschnitt.
Trotzdem können wie schon erwähnt Entspannung und Suggestionen sehr hilfreich sein. Durch gezielte Suggestionen im Zustand der Entspannung kann das Selbstvertrauen gestärkt und die Kontaktfähigkeit verbessert werden. Natürlich müssen Sie selbst entscheiden, ob Sie sich deshalb Suggestionen aussetzen oder einer Hypnosetherapie unterziehen wollen. (Wenn die Schüchternheit wirklich krankhafte Züge zeigt und Ihr Leben beeinträchtigt, sollten Sie allen Mut aufbringen und mit IHREM HAUSARZT darüber sprechen - Aber sich keine Tranquillizer aufschwatzen lassen!)
Ich habe ein entsprechendes Suggestionsband für Sie vorbereitet. Es ist vollkommen frei von einer Weltanschauung. Ich kann Ihnen meine Compaktcassette mit Suggestionen zur Entspannung, zur Steigerung des Selbstvertrauens und zur Verringerung von Kontaktängsten anbieten. Die Kassette kostet DM 48,-- und kann unter der folgenden Adresse bestellt werden: Michael Kutscher Software, Wilhelmstraße 45, 38100 Braunschweig Die Lieferung erfolgt per Postnachnahme oder Vorkasse (Scheck). Die Kassette ist NUR FÜR GEISTIG GESUNDE MENSCHEN gedacht. Wenn Sie (abgesehen von der Schüchternheit) unter gravierenden psychischen Problemen leiden, sollten Sie zunächst mit Ihrem Arzt darüber sprechen.
4. Vereine
Es gibt Vereine für alles nur Mögliche. Wenn Sie sich für irgend etwas interessieren, egal ob Briefmarkensammeln, Modelleisenbahn, Kurzwellenfunk, Philosophie oder Goldhamsterzucht - Schließen Sie sich einem Verein an, in dem das Hobby gepflegt wird. Sie haben mit allen anderen Vereinsmitgliedern sofort eine Gesprächsbasis, nämlich das gemeinsame Interesse. In den meisten Fällen sind überdies Mitglieder gesucht, die sich engagieren, bereit sind, Aufgaben zu übernehmen.
Die Bewegung in einem solchen Kreis, Fachgespräche und persönliche Gespräche, vor allem aber auch gelegentliche Referate können Ihr Selbstvertrauen steigern. Und wenn es nicht ein reiner Männerclub ist, können Sie natürlich auch die Gelegenheiten zum Flirten nutzen.
Nur zur Vorsicht: Lesen Sie bitte auch den folgenden Abschnitt! Die Mitgliedschaft in einem beliebigen Verein kann einem Schüchternen viel helfen, aber eben nur in einem Verein, nicht etwa in einer Sekte!
5. Sekten
Der Sieg über die Schüchternheit vergrößert Ihre persönliche Freiheit und Ihren Freundeskreis, der Eintritt in eine Sekte begrenzt den Freundeskreis und beschränkt die Freiheit.
Bedenken Sie bitte: Wenn Sie schüchtern und leicht beeinflußbar sind, Ihr Selbstvertrauen gering ist, dann sind Sie für eine Reihe von Sekten (oder "Jugendreligionen") ganz schlicht eine leichte Beute... (Glauben Sie mir, die Kasse der Sekte hat davon sehr viel mehr, als Sie). Auch wenn am Anfang alles familiär und freundlich aussieht, man wird sie ausbeuten und ausnehmen wie eine Weihnachtsgans! Manchmal wird als "Lockvogel" sogar Liebe geboten, doch dann verbirgt sich dahinter nichts anderes als Prostitution! Am Ende haben Sie nicht mehr Kontakt, sondern sehr viel weniger. Ich muß mich hüten, hier spezielle Sekten beim Namen zu nennen (so etwas kann teuer werden): Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Organisation, für die Sie sich interessieren, eine Sekte ist, fragen Sie bei den Sektenbeauftragten der Kirchen nach oder lesen Sie ein entsprechendes Buch. (Siehe Literaturverzeichnis)
6. Single Parties
Single Parties werden in der letzten Zeit immer beliebter. Ihr Vorteil liegt darin, daß JEDER der hingeht auf Partnersuche ist und daß das auch jeder weiß. Sie brauchen also keine Angst haben, daß jemand, der Ihnen freundlich zulächelt, nicht angesprochen werden will. Sie können sicher sein, daß jeder andere (bis auf das Personal) genauso auf Kontaktsuche ist, wie Sie. Aber natürlich nützt Ihnen das auch nur etwas, wenn Sie bereit sind, auf den anderen zuzugehen. Bei manchen Veranstaltungen ist es als Hilfe für die Schüchternen möglich, das Personal Briefe überbringen zu lassen oder per Tischtelefon vorsichtig anzufragen.
Sie sollten sich aber darüber im klaren sein, daß hier oft einsame Menschen auf ebenso einsame treffen - Und man kann auch zu zweit einsam sein! Es ist also wichtiger, zunächst die Einsamkeit ganz allgemein zu überwinden und beispielsweise einen Freundeskreis aufzubauen, als "auf die schnelle" einen Partner der ebenso einsam ist, zu finden.
7. Bekanntschaftsanzeigen und Partnervermittler
Haben Sie viel Geld übrig? Das freut mich für Sie, und viele Partnervermittler können es gut gebrauchen. Ob sich der Einsatz allerdings lohnt, ist sehr die Frage. Horrende Preise, Lockvogel-Fotos von Leuten die längst in festen Händen sind, staubige Karteien, von Leuten die längst aufgegeben haben, jemanden zu suchen - Sicher haben Sie schon von dergleichen gehört. Es soll natürlich auch seriöse Firmen geben, die sich wirklich viel Mühe mit ihren Kunden geben. Aber für soundsoviel tausend Mark können Sie auch auf viele Parties gehen, Vereinen beitreten und einfach selbst AKTIV werden.
Viele Leute LESEN Bekanntschaftsanzeigen, doch sie so zu schreiben, daß man auch Antwort bekommt (und nicht nur von den falschen Leuten) ist nicht einfach. Ich habe unten ein paar Bücher mit aufgeführt, die dabei mit speziellen Tips helfen. Es gilt, was ich schon zu den Single-Parties sagte: Wenn ein Einsamer eine Einsame sucht, kommt nicht selten doppelte Einsamkeit dabei heraus...
8. Telefon-Kontaktanzeigen/Partylines
Die Werbung dafür ist meist zwischen den normalen Kontaktanzeigen in der Presse versteckt und hört sich ungefähr so an: "Sprechen Sie mit netten Leuten am Telefon, Kontakt noch heute möglich, Keine Vermittlungskosten - u.s.w." Was sich dahinter verbirgt, läuft dann beispielsweise so ab:
Drei oder noch mehr Minuten lang erklärt eine Anrufbeantworterstimme die Spielregeln. Danach erfolgt die Auswahl, etwa nach Alter, Geschlecht und Wohnort, auch dies dauert ein paar Minuten. Dann kommt eine beispielsweise von einem jungen Mädchen aufgesprochene Anzeige und die unvermeidliche Frage, ob man sie beantworten oder nochmal hören möchte. Die Stimme und Sprechweise hören sich nach einer dreizehnjährigen an (Obwohl die Altersklasse ab 20 gewählt war) . Die "Dame" kommt also für normal veranlagte Männer nicht in Frage. Die nächste Anzeige ist vom selben Mädchen - beim ersten Mal hat sie sich versprochen und versucht es gleich noch einmal, dann noch einmal, und noch einmal.
Der zahlende Zuhörer am Telefon wartet gespannt, ob wohl noch eine andere Annonce kommt, aber nach dem sechsten Versuch des Mädchens, die Anzeige komplett aufzusprechen kommt nur die Mitteilung, daß keine weiteren Angebote aus diesem Postleitbereich vorliegen. Natürlich wird noch vorgeschlagen, andere Postleitbereiche abzuhören, aber irgendwann hat man ja keine Lust mehr. Am Ende hat man 15-20 Minuten lang zugehört und der Telecom und dem Anbieter ungefähr 20 Mark eingebracht, die auf der nächsten Telefonrechnung erscheinen. Der Erfolg ist dafür gleich Null (wenn man sich nicht gerade daran weidet, daß es Menschen gibt, die beim Sprechen unsicherer sind, als man selbst).
Bei den ausländischen Anbietern (Rufnummern beginnen mit "00"), wird das Vergnügen noch viel teurer (oft mehr als 3 Mark pro Minute) und man merkt nach dem unvermeidlichen Vorspann, daß in der "Partyleitung" nur Männer telefonieren, oder Frauen, die offensichtlich dafür bezahlt werden, daß sie ein bißchen mitplaudern, keinesfalls aber ihre Adresse verraten...
9. Online-Dialogsysteme
Im Schutz der Anonymität, unter einem ausgedachten falschen Namen, mit fremden Leuten plaudern, das hat seinen Reiz, nicht nur für Schüchterne. Man kann dabei durchaus trainieren, mit fremden Leuten in Kontakt zu treten und auch über persönliche Dinge zu sprechen. Allerdings sollte man sich keine Hoffnungen machen, daß aus so einem Datennetz-Kontakt einmal ein persönlicher Flirt werden könnte: Praktisch alle Teilnehmer sind ja gerade wegen der Anonymität dabei und geben sie deshalb auch keinesfalls auf.
Vorsicht Falle: Sie sollten noch wissen, daß es Anbieter gibt, bei denen man für 6 Mark pro Stunde an einem solchen Dialog teilnehmen kann ("*JOY#"), aber auch andere, bei denen die Stunde bis zu 80 Mark kostet! Der Teilnehmer merkt sehr schnell, daß bei den kostengünstigen Diensten in der Regel nur wenig Frauen zu treffen sind, bei den teuren dafür ständig viele. Sie sollten sich hier nichts vormachen: Das liegt nur daran, daß bei den teuren Diensten Animateure mit in der Leitung sind, die dafür bezahlt werden, daß sie mitreden. Diese gehen meist gern auf jeden noch so krausen Gedanken des Teilnehmers ein.
Wohlgemerkt: Auch wenn Sie aussehen wie der Glöckner von Notre Dame und
freimütig bekennen, daß Sie abartigste Vorstellungen vom Sex haben, es werden sich sofort ein paar "Frauen" auf sie stürzen und behaupten, daß sie gerade das lieben. Das ist dann aber nichts anderes als Telefonsex, nur: Sie sehen nie das Gesicht ihrer
Gesprächspartnerin, hören nie ihre Stimme - Sie sehen nur Buchstaben auf ihrem Bildschirm! Sie können noch nicht einmal sicher sein, daß es wirklich eine Frau ist, mit der sie da "tickern". Auch wenn es ein paar Dutzend Frauen sind, die sich scheinbar danach drängen, mit ihnen in Kontakt zu treten: In Wirklichkeit kann das bequem ein einziger Mann bewältigen, der vom Anbieter dafür bezahlt wird und bestimmte Textbausteine per Knopfdruck an die anderen Teilnehmer schickt Bisweilen ist es sogar nur ein Computerprogramm das auf bestimmte Stichworte reagiert und obendrein irgendwann anfängt sich zu wiederholen! Weil die Bezahlung erst mit der nächsten Telefonrechnung erhoben wird, kann es bis dahin schon zu einem sehr teuren Abenteuer geworden sein, das spätestens dann schal wird, wenn man merkt, daß man nur mit "Animateuren" getickert hat.
Leider ist nur einer der "teuren Anbieter" dabei wenigstens so ehrlich, die Animateure in der Teilnehmerliste besonders zu
kennzeichnen - So daß man also erkennen kann, daß alles, was nicht männlich ist, ein bezahlter Unterhalter ist. Bei den meisten Dialogsystemen muß man aber selbst darauf kommen.
Wohlgemerkt auch bei den preisgünstigeren Anbietern können Sie nicht sicher sein, ob sich hinter einem weiblichen Pseudonym auch wirklich eine Frau verbirgt. Tatsächlich ergibt sich hier manchmal eine fast schon perverse Situation:
Ein Mann sucht Kontakt zu einer Frau. Weil aber selten heterosexuelle Frauen im Netz sind, kommt er auf die Idee, einfach unter einem Frauennamen einzusteigen und sich als lesbisch oder bisexuell zu bezeichnen. (Niemand kann das schließlich prüfen.) Er findet das besonders clever und hofft so leichter Kontakt zu einer "richtigen" Frau zu bekommen - Nur ist er (Sie ahnen es sicher schon) nicht der erste, der auf diese Idee gekommen ist. Im Endergebnis tauschen dann
zwei Männer , die sich gegenseitig für lesbische Frauen halten, sexuelle Phantasien miteinander aus. Die Häufung von lesbischen Frauen in den jeweiligen Mitgliederlisten sollte einem schon zu denken geben. Aber wer es mag...
Warnung: Man kann geradezu süchtig nach dieser Form der Kommunikation werden! Persönliche Gespräche mit wirklichen Menschen machen aber viel mehr Freude und kosten (meist) nichts, ja, die Kommunikation bei einigen der Dienste kann leicht teurer werden als der Besuch bei Prostituierten!
10. Prostitution
Kurz nach meinem 18. Geburtstag, ich war noch ohne Freundin und ohne sexuelle
Erfahrung, bot mir mein Vater an, mich doch einmal in ein Bordell zu bringen damit ich "ein
richtiger Mann werde" . Ich fand das damals geradezu
widernatürlich und lehnte es ab. Für mich war der Geschlechtsverkehr untrennbar mit der "großen und lebenslangen Liebe" verbunden. Trotzdem ertappte ich mich (nicht viel später) ein paar mal beim Studieren einschlägiger Inserate. Viele meiner Schulkameraden hatten inzwischen mehr oder weniger feste Freundinnen und ich begann, darunter zu leiden, daß es bei mir nicht so war. Aber ich traute mich auch nicht allein in ein Bordell, ja wußte nicht, wo eins war, und mochte meinem Vater auch nicht eingestehen, daß ich sein Angebot doch in Erwägung zog (ob es ernst gemeint war, habe ich nie erfahren). Als mich einmal eine Klassenkameradin diskret wissen lies, daß sie es eigenlich gar nicht schlecht fand, wenn sich Frauen gegen Bezahlung um Männer kümmern, war ich zu verblüfft, um darauf zu reagieren und das dahinter verborgene Angebot zu erkennen.
Genug aus der Schule geplaudert: Ich bin heute doppelt so alt und der Meinung, daß es für mich persönlich gut gewesen wäre, wenn ich das Angebot damals angenommen hätte. Aber das ist nichts als meine persönliche Meinung, entstanden aus meinem eigenen Lebensweg,
verstehen Sie es deshalb bitte keinesfalls als Empfehlung.
Wenn Sie volljährig sind und sexuelle Kontakte zu Prostituierten in Erwägung ziehen, will ich Ihnen aber auf jeden Fall ein paar Hinweise geben:
Ich gehe davon aus, daß Sie noch ein Weilchen leben wollen. Deshalb lautet die wichtigste Regel: NUR MIT KONDOM! Die meisten Prostituierten in Deutschland legen von sich aus größten Wert darauf (sie wollen nämlich auch noch leben!) Wenn eine Prostituierte von sich aus Verkehr "ohne" anbietet (gegen mehr Geld, versteht sich), ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mit AIDS infiziert und hat nichts mehr zu verlieren - Aber Sie haben! Deshalb sollten sie dann lieber schnell das Weite suchen, denn ein hundertprozentiger Schutz ist ein Kondom auch nicht (Die Dinger können reißen!). Hände weg auch von
drogensüchtigen Prostituierten: Sie sind zwar oft für wenig Geld "zu allem bereit" - aber gerade deshalb auch eine besonders große AIDS-Gefahr. Außerdem sind sie durch die Drogen oft so "zu", daß sie Ihnen nichts über Sex beibringen können. Daß ein minderjähriges Mädchen nicht die richtige Partnerin ist, bei der Sie etwas lernen können, versteht sich ja von selbst.
Die "Hure mit goldenem Herzen" ist ein gängiges Klischee in Filmen und Büchern. Trotzdem sind die meisten Prostituierten bei der Arbeit schlicht geschäftstüchtig: Sie versuchen möglichst viel Geld für möglichst wenig Gegenleistung zu bekommen (Können Sie es ihnen verdenken?). Sie sollten deshalb, wenn Sie in ein Bordell gehen, nicht mehr Geld bei sich tragen, als sie letztlich auch ausgeben wollen. Tragen Sie weder Schecks noch Scheck- oder Kreditkarten mit sich herum, auch keine Wertgegenstände! Nicht jede Prostituierte ist auch eine Diebin, aber es kommt eben vor - Und die Anzeige eines "Beischlafdiebstahls" bei der Polizei ist eine peinliche Angelegenheit.
Die meisten Huren werden Sie mit einem "Anfangspreis" anlocken (vielleicht 50 Mark). Sie sollten aber nicht erwarten, daß Sie dafür etwas bekämen, was sie nicht mit ihren eigenen Händen auch tun könnten... (Bei der Selbstbefriedigung hat man doch wenigstens Sex mit jemand, den man liebt, sagte Woody Allen).
Ist man erstmal im Zimmer der Frau wird dann rasch der Preis gesteigert, für mehr Geld wird es angeblich viel schöner und sie läßt sich mehr Zeit, ja zieht sich sogar aus (erst jetzt zeigt sich, daß sie das für den Grundpreis nicht tut...). Oft merkt der Freier erst, wenn sein Portemonnaie leer ist, daß er NIE GENUG zahlen könnte und daß er mehr Zeit mit dem Griff zur Geldbörse als mit dem Sex verbracht hat.
Aber es gibt auch Frauen, mit denen man für 100 bis 200 Mark eine knappe Stunde verbringen kann und die sich während der Zeit auch wirklich Mühe geben, diese Zeit für den Freier schön werden zu lassen. Wenn Sie einer solchen begegnen, sollten Sie sie ebenfalls nett und freundlich behandeln. Wenn Sie sie als Mensch ernstnehmen und höflich mit ihr umgehen, helfen sie ihr, so nett zu bleiben. Außerdem: Sie wollen doch den Umgang mit Frauen üben. ABER: Verlieben Sie sich nicht in sie! Vergessen Sie nicht, daß die Frau ihnen gegen Bezahlung die große Leidenschaft VORSPIELT. Sie hat ein Interesse daran, daß Sie wiederkommen und noch mehr Geld ausgeben, aber vielleicht zu Hause Mann und Kinder!
Sie sollten im Bordell nicht so tun, als hätten Sie viel Erfahrung, wenn es nicht so ist. Wenn Sie da sind, um etwas zu lernen, sollten Sie das der Frau auch sagen.
Leider steht es den Damen nicht auf der Stirn geschrieben, ob sie Sie bloß ausnehmen oder sich wirklich Mühe geben wollen, Ihnen zu zeigen wie man eine Frau glücklich macht. Sie sind also auf ihr Glück angewiesen. Wenn eine Prostituierte im Zimmer gleich anfängt mehr Geld zu verlangen, tun sie gut daran, freundlich aber eindeutig abzulehnen. Sie bekommen dann zwar nicht viel für ihr Geld, aber die Erfahrung wird dann wenigstens nicht ganz so teuer. In Sexshops gibt es dicke Verzeichnisse von Bordellen zu kaufen - Aber auch deren Angaben beziehen sich nicht auf einzelne Frauen...
Damit ich nicht falsch verstanden werde, will ich es ganz deutlich sagen: Ich will Ihnen NICHT dazu raten, erste sexuelle Erfahrungen mit Prostituierten zu machen. Ob Sie das wollen oder nicht ist ganz allein Ihre Entscheidung, bei der es (abhängig von Ihrer Erziehung, Religion und Moralvorstellung) eine Reihe von FÜRS und WIDERS abzuwägen gibt. Der Sexuelle Kontakt mit einer Prostituierten kann keinesfalls wirkliche Liebe ersetzen - Sex ist nur eine Facette der Liebe und (auch wenn es ihnen im Augenblick so vorkommen mag) keineswegs die wichtigste. Unpersönlicher Sex kann Ihnen (wenn die Frau
sich Mühe gibt) zwar "Erfahrung" verschaffen und damit verbunden vielleicht auch etwas mehr Sicherheit im Umgang mit Frauen. Aber das kann Liebe nicht ersetzen, ja es kann sogar zu weiteren Schwierigkeiten bei der Partnerfindung führen, wenn sich nämlich bei Ihnen die Vorstellung festsetzt, daß Sex etwas sei, was man den Frauen abkaufen könne oder müsse! "Erfahrungen" mit Prostituierten sind KE
IN REZEPT gegen die Schüchternheit! Die müssen Sie im Umgang mit Frauen loswerden ohne dafür zu bezahlen. Die obigen Hinweise sollen Ihnen nur helfen, wenn Sie trotzdem Prostituierte aufsuchen wollen, bestimmte Fehler zu vermeiden.
Literaturverzeichnis:
Es gibt eine ganze Reihe von Büchern zum Themenkomplex "Kontakt finden" und "Schüchternheit abbauen". Ich führe hier eine kleine Auswahl auf. Die meisten davon können Sie auch in öffenlichen Büchereien ausleihen. Meine persönliche Meinung zum Nutzwert (nicht mehr, ich bin kein Literaturkritiker) gebe ich mit den folgenden Abkürzungen jeweils in Klammern an:
a leicht verständlich
b etwas anspruchsvoller
c anspruchsvoll/schwierig
1 überwiegend praktische Tips und Anleitungen
2 überwiegend Theoretisch/Wissenschaftlich
* von mir empfohlen
Dale Carnegie: Wie man Freunde gewinnt. (a1*)
Das Buch zum oben erwähnten Kurs. Nicht nur zum Flirten sondern ganz
allgemein zur Verbesserung des Umgangs mit den Mitmenschen.
Peter Hollinger: Flirten. (a1*)
Gezielte Tips zum Flirten und ein Überblick über den Ablauf in den
"FLirtkursen".
Susan Sharp: Basic English for Lovers (b1*)
Ein Flirtkus in einem Mini-Buch. Sie sollten allerdings englisch
können, um es zu verstehen. (Nur deshalb das "b")
David Harp, Nina Feldman: Meditieren in drei Minuten. (a1*)
Nicht frei von der zubehörigen Weltanschauung aber jedenfalls ohne Guru und Sekte werden hier einige leicht zu lernende und sehr wirksame Meditationstechniken vermittelt.
Philip Zimbardo: Nicht so schüchtern. (b1)
Wie Schüchternheit entsteht und wie sie abgebaut werden kann.
Kenneth Hambly: Nie mehr schüchtern. (b1)
Praktische Hinweise zur Bekämpfung der Schüchternheit.
F. Teegen, A. Grundmann, Angelika Röhrs: Sich ändern lernen. (b1) Anleitung zur Änderung eingeschliffener Verhaltensweisen, Verhaltenstherapie in Heimarbeit und Eigenregie.
Gerd Hennenhofer, Klaus D. Heil: Angst überwinden. (b1) Verhaltenstraining zum Abbau von Ängsten. (Nicht nur, aber auch Kontaktängsten)
Dr. Leonard Zunin: Kontakt finden. (b1*)
Kontaktschule für den Umgang mit Menschen.
Ulrich Hoppe: Mach mich an! (a1)
Tips zum Kennenlernen, speziell für junge Leute. Für jugendliche in der entsprechenden Sprache geschrieben
Hans Conen: Die Kunst mit Menschen umzugehen. (c2)
Ratgeber mit Übungen für Kommunikation und Körpersprache.
Waltraud Simon: Praxis der Eheinstitute. (b2)
Über die Arbeitsweise von Partnervermittlungen
Constanze Elsner: Mann mit Tränensäcken sucht Frau mit Lachfalten. Über den Umgang mit Heiratsanzeigen (b1)
Linda und Rüdiger Drenk: Aktive Partnersuche per Inserat (a1)
Über Heiratsanzeigen und Partnervermittler
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Angebot. Wenn Sie in einer öffentlichen Bücherei oder einer Buchhandlung das Regal "praktische Psychologie" durchstöbern, werden Sie wahrscheinlich noch mehr finden. Aber denken Sie daran: Die Bücher lesen ist nicht schlecht, aber Kontakt finden Sie nur, wenn Sie auch etwas tun, zum Beispiel tief durchatmen und dann die Bibliothekarin nach entsprechenden Büchern fragen!
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der praktischen Anwendung des Gelernten. Wenn Sie feststellen, daß der Kurs Ihnen geholfen hat und Ihren Lebensgenuß ein kleines bißchen gesteigert hat, dann würde mich das freuen. Ich bin für Anregungen und Verbesserungsvorschläge jederzeit dankbar.

Ein paar Nachsätze:
Mein "Elektronischer Flirtkurs" erschien vor mehreren Jahren auf
Diskette und erregte große Aufmerksamkeit in den Medien. Leider
war die praktische Nachfrage aber gering. Verblüfft hat mich, daß damals die meisten Disketten an Kunden verkauft wurden,
die es "für jemand anderen" haben wollten. Ich habe es jetzt in eine HTML-Datei umgearbeitet um es auch all jenen zugänglich zu machen, die keinen Freund haben, der es für sie kauft. Allerdings habe ich einige Interaktive Funktionen des "Elektronischen
Flirtkurses" nicht in HTML übertragen können. Und aus Platzgründen habe ich in dieser Internet-Version auf jegliche Fotos verzichtet.
Bitte beachten Sie: Diese Datei steht zwar hier kostenlos zum Download zur Verfügung, aber sie unterliegt trotzdem meinem Urheberrechtsanspruch! Sie dürfen die Datei laden, lesen, zum erneuten Lesen speichern - Sie dürfen Sie aber nicht auf eine andere
Internet-Site übertragen, sie nicht gegen Entgelt weitergeben und
sie auch nicht verändern. Für Links auf mein Angebot bin ich natürlich dankbar. Wenn Sie dieses Programm für Werbezwecke verwenden oder verkaufen wollen, müssen Sie vorher eine Lizenz bei mir erwerben.
(C)1989,1990,1991,1992,1993,1994,1995,1996,1997,1998,1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004 by Michael Kutscher
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